Bei einem Forward-Darlehen handelt es sich vom Prinzip her um ein klassisches Annuitätendarlehen. Das Besondere daran ist, dass ein solches Darlehen nicht sofort, sondern erst nach einer bestimmten Vorlaufzeit ausbezahlt wird. Deshalb können Sie sich mit einem Forward-Darlehen die aktuell günstigen Zinsen für einen längeren Zeitraum sichern. Die Auszahlung erfolgt dann bis zu 60 Monate, nachdem das Darlehen abgeschlossen wurde.
In welchen Fällen lohnt ein Forward-Darlehen?
Eingesetzt werden Forward-Darlehen bei der Immobilienfinanzierung. Sie können sich so den aktuellen Zinssatz sichern. Dies lohnt zum Beispiel dann, wenn Sie planen, in der nächsten Zeit eine Immobilie zu finanzieren. Am häufigsten wird ein Forward-Darlehen jedoch für Anschlussfinanzierungen genutzt. Läuft die aktuelle Zinsbindung bald aus und ist das Zinsniveau aktuell sehr niedrig können Sie sich den aktuellen Zinssatz sichern. Der große Vorteil dabei ist, dass für den Zeitraum zwischen Abschluss des Darlehens und Auszahlung keine Bereitstellungsgebühren anfallen.
Die Kosten eines Forward-Darlehens
Die Banken lassen sich die Sicherung des aktuellen Zinssatzes mit einem Zinsaufschlag bezahlen. Dieser liegt durchschnittlich bei etwa 0,5 Prozent. Somit ist auch klar, dass sich ein solches Darlehen nicht in jedem Fall lohnt. Nur wenn die Hypothekenzinsen bis zu Auszahlung des Darlehens um mindestens 0,51 Prozent steigen, ist ein Forward-Darlehen für Sie lohnenswert. Steigen die Zinsen nur weniger stark an oder sinken diese sogar, dann zahlen Sie gegenüber einer normalen Anschlussfinanzierung mit den aktuellen Konditionen sogar drauf. Wenn Sie ein solches Darlehen abschließen, dann sind Sie dazu verpflichtet, das Darlehen zum Fälligkeitstermin auch anzunehmen. Sie haben somit keine Möglichkeit mehr sich zum entsprechenden Zeitpunkt nach einer günstigeren Finanzierung umzusehen. Somit handelt sich bei dieser Art von Darlehen um eine besondere Form der Zinsspekulation.
Vor dem Abschluss Angebote vergleichen
Da Sie sich mit dem Abschluss fest binden, sollten Sie vorher die vorhandenen Angebote genau vergleichen. Neben dem Zinssatz sollten Sie vor allen Dingen darauf achten, ob es sich um ein echtes oder ein unechtes Forward-Darlehen handelt. Der Unterschied liegt im Zeitpunkt, zu wann die vertraglich vereinbarte Zinsfestschreibung beginnt. Bei einem echten Forward-Darlehen ist dies der Tag der Auszahlung. Dagegen beginnt die Zinsbindungsfrist bei einem unechten bereits mit dem Abschluss des Darlehens. Bei der letztgenannten Variante müssen Sie deshalb zwingend die die Zinsbindungsfrist des abzulösenden Darlehens mit einkalkulieren.