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Kosten verstehen

Krypto-Börsen-Gebühren: Maker, Taker und Spread im Vergleich

Krypto-Börsen rechnen nach zwei völlig verschiedenen Modellen ab: als Prozentgebühr je Order oder versteckt im Kurs. Bei derselben Order können daraus Kosten werden, die sich um den Faktor fünf unterscheiden. Wir rechnen beide Modelle mit belegten Zahlen durch.

Die zwei Kostenmodelle der Krypto-Börsen

Beim klassischen Orderbuch-Modell zahlst du eine prozentuale Handelsgebühr, die offen ausgewiesen wird. Bitvavo verlangt in der Einstiegsstufe auf den Euro-Märkten 0,15 Prozent für Maker-Orders und 0,25 Prozent für Taker-Orders; mit steigendem 30-Tage-Handelsvolumen sinken die Sätze stufenweise. Beim Spread-Modell gibt es keine separate Gebühr: Die Vergütung des Anbieters steckt in der Differenz zwischen An- und Verkaufskurs. BISON beziffert diesen Spread selbst mit durchschnittlich 1,25 Prozent für Bitcoin und Ethereum und 1,75 Prozent für die übrigen Coins.

Keines der beiden Modelle ist per se unseriös. Das Spread-Modell ist einfacher zu bedienen, weil jede Order zum angezeigten Kurs ausgeführt wird. Das Orderbuch-Modell ist günstiger, verlangt aber, dass du den Unterschied zwischen Market- und Limit-Order kennst. Wichtig ist nur, dass du weißt, nach welchem Modell dein Anbieter abrechnet, denn vergleichbar sind die beiden nur über eine Beispielrechnung.

Die Beispielrechnung: eine Order über 1.000 Euro

Nehmen wir einen Kauf von Bitcoin für 1.000,00 €. Mit den oben belegten Sätzen ergibt sich:

ModellSatzKosten beim KaufKauf + späterer Verkauf
Bitvavo, Taker (Market-Order) 0,25 % 2,50 € 5,00 €
Bitvavo, Maker (Limit-Order) 0,15 % 1,50 € 3,00 €
BISON, Bitcoin/Ethereum (Spread) Ø 1,25 % 12,50 € 25,00 €
BISON, übrige Coins (Spread) Ø 1,75 % 17,50 € 35,00 €

Modellrechnung mit den vom jeweiligen Anbieter veröffentlichten Sätzen (Bitvavo: Einstiegsstufe der Euro-Märkte; BISON: vom Anbieter genannte Durchschnittswerte). Der tatsächliche Spread schwankt mit der Marktlage, ein Durchschnittswert ist keine Zusage für die einzelne Order. Kurs- und Netzwerkkosten kommen in beiden Modellen hinzu.

Der Unterschied ist kein Rundungsfehler: Für einen Kauf mit späterem Verkauf liegen zwischen der günstigsten und der teuersten Variante dieser Rechnung rund 32,00 €. Auf häufige Trades gerechnet entscheidet das Gebührenmodell damit stärker über deine Rendite als die Frage, ob du zwei Stunden früher oder später gekauft hast.

Ein- und Auszahlung: wo noch Kosten stecken

Die Handelsgebühr ist nicht die einzige Stelle, an der abgerechnet wird. Die SEPA-Überweisung ist bei beiden ausgewerteten Anbietern kostenlos und damit der Standardweg. Teurer sind die bequemen Zahlarten: Bitvavo berechnet für Kreditkarten-Einzahlungen 1,00 Prozent und für PayPal 2,00 Prozent, BISON für Kreditkarte, Apple Pay und Google Pay 2,49 Prozent des Betrags. Wer 500 Euro per Karte einzahlt, hat je nach Anbieter also schon 5,00 bis 12,45 Euro bezahlt, bevor der erste Coin gekauft ist.

Bei Auszahlungen in Kryptowährung fällt zusätzlich eine coin-abhängige Netzwerkgebühr an, die mit der Auslastung der jeweiligen Blockchain schwankt. Die Verwahrung selbst kostet bei beiden Anbietern nichts.

Krypto-Sparplan: dasselbe Modell, viele kleine Orders

Ein Krypto-Sparplan ist gebührenseitig nichts anderes als eine Serie kleiner Käufe, und genau deshalb lohnt der Blick auf das Modell doppelt: Prozentuale Gebühren und Spreads skalieren mit der Rate. Bei 50 Euro Monatsrate kostet die Ausführung nach der Rechnung oben zwischen etwa 0,08 € (0,15 Prozent) und 0,88 € (1,75 Prozent Spread). Eine Fixgebühr je Ausführung, wie sie manche Wertpapier-Depots für Sparpläne verlangen, gibt es bei den ausgewerteten Krypto-Anbietern nicht; kleine Raten werden also nicht durch Mindestentgelte entwertet.

Staking: die Provision auf die Belohnung

Auch beim Staking wird über einen Abschlag abgerechnet: BISON behält 27 Prozent der Staking-Rewards bei Ethereum und Solana ein. Aus einer Protokoll-Belohnung von beispielhaft 3 Prozent pro Jahr kommen beim Kunden also rund 2,2 Prozent an. Das ist kein versteckter Betrug, sondern der Preis für den Betrieb der Infrastruktur, aber es gehört in jede Ertragsrechnung. Die steuerliche Seite von Staking-Erträgen behandeln wir in Krypto-Steuern in Deutschland.

Was diese Rechnung nicht beantwortet

Gebühren sind das messbarste Kriterium, aber nicht das wichtigste. Vor dem Gebührenvergleich steht die Frage nach Regulierung, Verwahrung und Sicherheit des Anbieters, denn Kryptowerte sind nicht einlagengesichert. Diese Bewertung leistet unser Krypto-Börsen-Vergleich; wie du gekaufte Coins anschließend verwahrst, steht im Krypto-Wallet-Vergleich. Unsere Bewertungskriterien und den Umgang mit fehlenden Daten dokumentiert die Methodik.

Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Kryptowerte unterliegen extremen Kursschwankungen bis hin zum Totalverlust und sind nicht einlagengesichert. Maßgeblich sind die aktuellen Preisverzeichnisse der Anbieter.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Krypto-Gebühren

Was ist der Unterschied zwischen Maker- und Taker-Gebühr?+

Eine Taker-Order wird sofort gegen ein bestehendes Angebot im Orderbuch ausgeführt, sie „nimmt" Liquidität aus dem Markt. Eine Maker-Order (zum Beispiel eine Limit-Order unter dem aktuellen Kurs) stellt neue Liquidität ein und wartet, bis jemand sie bedient. Weil Börsen Liquidität belohnen, ist die Maker-Gebühr fast immer niedriger: Bei Bitvavo liegt sie in der Einstiegsstufe bei 0,15 Prozent, die Taker-Gebühr bei 0,25 Prozent. Wer nicht auf die Sekunde kaufen muss, kann mit Limit-Orders also systematisch Gebühren sparen.

Warum sehe ich den Spread nicht auf meiner Abrechnung?+

Der Spread ist keine ausgewiesene Gebühr, sondern die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs. Bei spread-basierten Anbietern wie BISON zahlst du keine separate Handelsgebühr, sondern kaufst etwas teurer und verkaufst etwas günstiger als zum Mittelkurs. Auf der Abrechnung steht nur der Ausführungskurs. Sichtbar wird der Spread erst, wenn du An- und Verkaufskurs desselben Coins zum selben Zeitpunkt vergleichst.

Was kostet die Einzahlung per SEPA-Überweisung?+

Bei beiden von uns ausgewerteten Anbietern nichts: Bitvavo und BISON führen die SEPA-Überweisung mit 0 Euro. Teurer wird es bei Karten- und Wallet-Zahlarten, etwa 1,00 Prozent für Kreditkarte bei Bitvavo und 2,49 Prozent für Kreditkarte, Apple Pay oder Google Pay bei BISON. Wer regelmäßig einzahlt, nimmt also die Überweisung, auch wenn sie einen Tag länger dauert.

Sind niedrige Gebühren das wichtigste Kriterium bei der Wahl der Krypto-Börse?+

Nein. Regulierung und Verwahrung stehen davor: Kryptowerte sind nicht einlagengesichert, deshalb zählt zuerst, wer den Anbieter beaufsichtigt und wie er Kundenbestände verwahrt. Erst innerhalb der regulierten Anbieter lohnt der Gebührenvergleich. Welche Anbieter wir nach diesen Kriterien bewerten, steht im Krypto-Börsen-Vergleich.

Quellen2

Alle Gebührensätze auf dieser Seite stammen aus den verlinkten Preisübersichten der Anbieter und wurden am angegebenen Datum dort nachgelesen.

  1. Bitvavo — Fees (Gebührenübersicht)AnbieterdokumentationHandelsgebühr Maker/Taker je Volumenstufe (EUR-Märkte), Ein- und Auszahlungsentgelte, VerwahrungAbgerufen am
  2. BISON — Kosten und GebührenAnbieterdokumentationDurchschnittlicher Spread beim Krypto-Handel (BTC/ETH und übrige Coins), Verwahrung, Ein- und Auszahlungsentgelte, Staking-ProvisionAbgerufen am