Depotübertrag: So wechselst du dein Depot kostenlos (inkl. Wechselprämien 2026)
Beim Depotübertrag ziehen deine Wertpapiere vom alten in ein neues Depot um, ohne dass du sie verkaufen musst. Für dich ist der Übertrag kostenlos: Der Bundesgerichtshof hat Entgelte dafür 2004 für unzulässig erklärt. Du eröffnest zuerst das neue Depot, beauftragst dann den Übertrag, und nach spätestens drei Wochen sollten Aktien, ETFs und Fonds samt Anschaffungsdaten beim neuen Broker liegen.
Was ist ein Depotübertrag?
Ein Depotübertrag ist der Umzug von Wertpapieren von einem Depot in ein anderes. Meist geht es um einen Depotwechsel zu einem günstigeren Broker: Du überträgst das gesamte Depot oder einzelne Wertpapiere, der Depotinhaber bleibt derselbe. Die Wertpapiere werden nicht verkauft, es fällt also keine Abgeltungsteuer an und du zahlst keine Ordergebühren für Verkauf und Neukauf. Davon zu unterscheiden ist der Übertrag auf eine andere Person, etwa als Schenkung an ein Kind.
Depotübertrag in 6 Schritten
- Neues Depot eröffnen. Ohne Zieldepot kein Übertrag. Die Eröffnung beim neuen Anbieter läuft online, die Identität bestätigst du per Video- oder Foto-Ident. Welches Depot passt, zeigt der Depot-Vergleich.
- Übertragsauftrag erteilen. Den Auftrag gibst du in der Regel bei der abgebenden Bank, online oder per Formular. Viele neue Broker bieten einen Wechselservice mit vorausgefülltem Formular an, das du unterschreibst und per Post oder digital weiterleitest.
- Angaben machen. Depotnummer und Bank des neuen Depots, Gesamtübertrag oder Auswahl einzelner Wertpapiere mit WKN oder ISIN, und die Angabe „Depotübertrag ohne Gläubigerwechsel“, wenn du selbst Inhaber beider Depots bist.
- Sparpläne und offene Orders beim alten Depot löschen. Laufende Sparpläne, Limits und Stop-Orders werden nicht mit übertragen. Richte sie im neuen Depot neu ein.
- Freistellungsauftrag neu verteilen. Der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro (2.000 Euro bei Zusammenveranlagung) gilt insgesamt. Reduziere den Freistellungsauftrag bei der alten Bank und erteile ihn beim neuen Broker.
- Eingang prüfen und altes Depot kündigen. Sind alle Positionen mit korrekten Einstandskursen angekommen, kündigst du das alte Depot und das Verrechnungskonto.
Was kostet ein Depotübertrag?
Für dich in der Regel nichts. Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass Klauseln, mit denen Banken ein Entgelt für die Übertragung von Wertpapieren in ein anderes Depot verlangen, unwirksam sind (Urteil vom 30.11.2004, XI ZR 200/03). Das gilt auch für Übertragungen innerhalb einer laufenden Geschäftsbeziehung. Gebühren anfallen können in Sonderfällen, etwa wenn Wertpapiere bei einer ausländischen Lagerstelle verwahrt werden und dort Fremdkosten entstehen. Frag in diesem Fall vorher bei beiden Banken nach.
Wie lange dauert ein Depotübertrag?
Die BaFin verlangt, dass Banken den Auftrag unverzüglich ausführen, und konkretisiert das auf längstens drei Wochen. Inländische Aktien und ETFs sind oft schneller da, ausländische Wertpapiere, zusätzliche Lagerstellen und manuelle Bearbeitungsschritte können den Depotübertrag verzögern. Klappt es nicht in drei Wochen, muss die Bank dir eine Zwischennachricht mit dem Grund für die Verzögerung schicken. Kommt auch fünf Arbeitstage später weder Übertrag noch Nachricht, beschwerst du dich bei der Bank und danach bei der BaFin. Während des Übertrags kannst du die betroffenen Wertpapiere meist nicht handeln.
Welche Wertpapiere können übertragen werden?
- Aktien und ETFs: problemlos, sofern sie beim neuen Anbieter verwahrt werden können.
- Fonds: meist möglich; Fonds, die der neue Broker nicht führt, bleiben im alten Depot oder müssen verkauft werden.
- Anleihen und Zertifikate: in der Regel übertragbar, Derivate eines bestimmten Emittenten nur, wenn sie beim neuen Anbieter handelbar sind.
- Bruchstücke: Anteile unter einem Stück aus Sparplänen lassen sich häufig nicht übertragen. Kläre vorher, ob die abgebende Bank sie verkauft.
- Kryptowährungen: Echte Coins sind keine Wertpapiere und gehen nicht per Depotübertrag, Krypto-ETPs dagegen schon.
Steuern beim Depotübertrag
Anschaffungsdaten
Ein Depotübertrag ohne Eigentümerwechsel ist steuerlich neutral. Die abgebende Bank teilt der neuen Bank die Anschaffungsdaten mit, also Einstandskurse und Kaufdaten (§ 43a Abs. 2 EStG). So kann der neue Broker beim späteren Verkauf Gewinn oder Verlust korrekt berechnen. Prüfe nach dem Übertrag, ob die Daten im neuen Depot korrekt hinterlegt sind.
Verlustverrechnungstopf
Nicht verrechnete Verluste bleiben zunächst bei der alten Bank. Überträgst du das gesamte Depot vollständig, teilt die abgebende Bank der neuen auf dein Verlangen die Höhe des Verlusts mit (§ 43a Abs. 3 Satz 6 EStG). Alternativ beantragst du bis zum 15. Dezember eine Verlustbescheinigung und machst die Verluste über die Steuererklärung beim Finanzamt geltend. Beides zugleich geht nicht.
Übertrag auf eine andere Person
Wechselt der Gläubiger, etwa bei einer Schenkung an Kind oder Partner, gilt der Depotübertrag für die Kapitalertragsteuer zunächst als Veräußerung. Teilst du der Bank mit, dass die Übertragung unentgeltlich ist, unterbleibt der Steuerabzug, und die Bank meldet die Übertragung an das Finanzamt (§ 43 Abs. 1 EStG). Ob Schenkungsteuer anfällt, hängt von Freibeträgen und Verwandtschaftsgrad ab. Wer für ein Kind ein eigenes Depot anlegen will, findet die Anbieter im Junior-Depot-Vergleich.
Wechselprämien 2026: Geld für den Depotwechsel
Viele Broker werben Wechsler mit einer Prämie an: als Geldbetrag, Ordergutschrift oder Zinsbonus auf Tagesgeld. Die Konditionen ändern sich laufend, deshalb nennen wir hier keine Beträge, die morgen veraltet sind. Typische Bedingungen sind ein Mindestwert der übertragenen Wertpapiere, ein Neukunden-Status, eine Mindesthaltedauer und teils die Schließung des alten Depots. Prüfe vor dem Wechsel auf der Seite des neuen Anbieters, ob die Prämie an gebührenpflichtige Transaktionen oder weitere Konten gebunden ist. Geldprämien können als sonstige Einkünfte steuerpflichtig sein (Freigrenze 256 Euro im Jahr, § 22 Nr. 3 EStG). Eine Prämie ist ein schöner Bonus, entscheidend sind die laufenden Kosten im neuen Depot.
Wann lohnt sich ein Depotwechsel?
Gründe für einen Depotwechsel sind meist höhere Gebühren, eine Depotgebühr der Filialbank, teure Sparpläne oder fehlende Handelsplätze. Rechne nach: Wer zwölf Orders zu je 1.000 Euro im Jahr ausführt, zahlt bei einer Direktbank mit Festpreis 120 Euro, bei einem Broker mit 0-Euro-Orders ab 500 Euro nichts. Die Rangliste unten zeigt das für alle Depots mit belegten Konditionen; dein eigenes Profil rechnet der Depotkosten-Rechner. Wer wegen einer anstehenden Depotgebühr wechseln will, sollte den Übertrag rechtzeitig vor dem Stichtag beauftragen.
Was dich diese Depots als regelmäßiger Anleger im Jahr kosten
Eigene Berechnung aus den belegten Konditionen, Stand 23.08.2026. Annahme: 12 Einzelorders pro Jahr zu je 1.000 € Ordervolumen, kein Sparplan. Nicht enthalten: Spreads, Produktkosten (TER) und Steuern. Wie wir rechnen, steht in der Methodik.
| # | Anbieter | Kosten pro Jahr | Über 5 Jahre | Abstand zum Günstigsten |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Smartbroker+ | 0,00 € | 0,00 € | günstigster Anbieter |
| 2 | Traders Place | 0,00 € | 0,00 € | günstigster Anbieter |
| 3 | finanzen.net zero | 0,00 € | 0,00 € | günstigster Anbieter |
| 4 | Scalable Capital | 11,88 € | 59,40 € | + 11,88 € |
| 5 | Trade Republic | 12,00 € | 60,00 € | + 12,00 € |
| 6 | ING Direkt-Depot | 88,80 € | 444,00 € | + 88,80 € |
| 7 | flatex | 94,80 € | 474,00 € | + 94,80 € |
| 8 | Consorsbank | 119,40 € | 597,00 € | + 119,40 € |
| 9 | DKB Broker | 120,00 € | 600,00 € | + 120,00 € |
Nicht eingerechnet, weil eine belegte Kondition fehlt: comdirect (Depotführungsentgelt nicht belegt). Lieber eine ausgewiesene Lücke als eine geratene Zahl.
Depots für den Wechsel im Vergleich
Alle 10 Wertpapierdepots aus unserem Vergleich, sortiert nach Gesamtwertung (Methodik). Vor dem Übertrag eröffnest du das neue Depot über den Anbieter; eine Wechselprämie prüfst du auf dessen Seite.
Anzeige · „Zum Anbieter"-Links sind Affiliate-Links (financeads). Angaben der Anbieter, Konditionen können sich ändern. Stand August 2026.
Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Steuer- oder Anlageberatung dar. Bei Schenkungen und Verlustverrechnung im Einzelfall steuerlich beraten lassen.
Häufige Fragen zum Depotübertrag
Ist ein Depotübertrag steuerpflichtig?+
Nein, solange du Inhaber beider Depots bist. Die Wertpapiere werden nicht verkauft, die Anschaffungsdaten wandern mit. Erst bei einem Übertrag auf eine andere Person gilt er für die Kapitalertragsteuer als Veräußerung, wenn du ihn nicht als unentgeltlich meldest.
Wird ein Depotübertrag dem Finanzamt gemeldet?+
Ein Übertrag zwischen deinen eigenen Depots löst keine Meldung aus. Meldest du dagegen eine unentgeltliche Übertragung auf eine andere Person, etwa eine Schenkung, übermittelt die Bank die Daten an das Finanzamt (§ 43 Abs. 1 EStG).
Kann ich nur einzelne Wertpapiere übertragen?+
Ja, ein Teilübertrag ist möglich. Du gibst im Auftrag die einzelnen Positionen mit WKN oder ISIN an. Den Verlustverrechnungstopf überträgt die alte Bank aber nur bei einem vollständigen Depotwechsel.
Wie oft ist ein Depotübertrag möglich?+
Es gibt keine gesetzliche Begrenzung, und jeder Übertrag ist für dich kostenlos. Bedingungen einer Wechselprämie können aber eine Mindesthaltedauer im neuen Depot vorschreiben.
Ist ein Depotübertrag sinnvoll?+
Ja, wenn das neue Depot dauerhaft günstiger ist oder besser zu deiner Strategie passt. Die Alternative, im alten Depot verkaufen und im neuen neu kaufen, kostet Ordergebühren und löst bei Gewinnen Abgeltungsteuer aus.
Kann ich während des Depotübertrags handeln?+
Mit den Wertpapieren, die gerade übertragen werden, meist nicht: Sie sind für die Dauer des Übertrags gesperrt. Im neuen Depot kannst du mit eingezahltem Guthaben sofort handeln.
Quellen20
Rechtliche und steuerliche Aussagen stützen sich auf Gesetz, Rechtsprechung und BaFin, die Kostenangaben auf die Preisverzeichnisse der Anbieter.
- BGH, Urteil vom 30.11.2004, XI ZR 200/03 (amtlicher Leitsatz, wiedergegeben bei Haufe)RechtsprechungEntgeltklauseln für die Übertragung von Wertpapieren in ein anderes Depot sind unwirksamAbgerufen am
- BaFin — Wie lange darf mein Depotübertrag maximal dauern?AufsichtsbehördeDauer des Depotübertrags (unverzüglich, längstens drei Wochen), Zwischennachricht, BeschwerdewegAbgerufen am
- § 43a EStG — Bemessung der KapitalertragsteuerGesetz / VerordnungDepotübertrag: Mitteilung der Anschaffungsdaten (Abs. 2), Verlustübertrag beim vollständigen Depotwechsel und Verlustbescheinigung bis 15.12. (Abs. 3)Abgerufen am
- § 43 EStG — Kapitalerträge mit SteuerabzugGesetz / VerordnungDepotübertrag auf eine andere Person: gilt als Veräußerung, außer bei Mitteilung der Unentgeltlichkeit; Meldung an das Finanzamt (Abs. 1)Abgerufen am
- § 20 EStG — Einkünfte aus KapitalvermögenGesetz / VerordnungSparer-Pauschbetrag 1.000 € (Einzelveranlagung) bzw. 2.000 € (Zusammenveranlagung); Verluste aus Aktienveräußerungen nur mit Gewinnen aus Aktienveräußerungen verrechenbar (Abs. 6 Satz 4)Abgerufen am
- § 22 EStG — Arten der sonstigen EinkünfteGesetz / VerordnungFreigrenze von 256 € im Kalenderjahr für Einkünfte aus Leistungen (Nr. 3)Abgerufen am
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- DKB — Depot: Preise und KonditionenAnbieterdokumentationOrdergebühr nach Ordervolumen, Sparplan-Ausführungsentgelt, Mindestsparrate, DepotführungAbgerufen am
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